A Visitor's Guide for Texas Death Row - Click here for English Version!

******************************

UMFANGREICHES UPDATE ERFOLGTE AUGUST 2006 - letzte Aktualisierung Juli 2008!

Leitfaden für Besuche im Todestrakt von Texas

Da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie wichtig es ist, dass man gut vorbereitet zum ersten Mal nach Texas reist, um einen Brieffreund zu besuchen, habe ich hier alles, was irgendwie hilfreich und nützlich sein könnte, zusammengestellt. Korrekturen und Ergänzungen bitte an: gabi20uhl@aol.com - DANKE! Und wer weitere Fragen hat, die über diese Tipps hinausgehen, darf sich gern auch bei mir melden! :-)

Übrigens: Für die Suche nach einem bestimmten Stichwort innerhalb dieses Textes bitte Strg+F drücken!

Besuchszeiten

Zum Tode verurteilte Häftlinge in Texas haben üblicherweise ein Anrecht auf einen zweistündigen Besuch pro Woche - das nennt man "regular visit". Wohnt der Besucher mehr als 300 Meilen entfernt, hat er ein Anrecht auf "special visits", das sind zweimal vier Stunden an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Die werden aber nur einmal pro Monat gewährt und ersetzen in der betreffenden Woche den zweistündigen "regular visit". Auch sind nicht vier "special visits" in einer Woche möglich, selbst wenn in der Wochenmitte der neue Monat beginnt - die "special visits" für zwei verschiedene Monate müssen in verschiedenen Wochen liegen.

Besucher aus Europa fliegen gerne über einen Monatswechsel nach Texas, um die "special visits" aus zwei Monaten zu nutzen. Kurzzeitig drohte das im Sommer 2006 verboten zu werden - es sollte nur noch ein Set "special visits" von zweimal vier Stunden pro Reise genehmigt werden. Glücklicherweise wurde diese Einschränkung wieder rückgängig gemacht. Wer über die Woche(n) hinaus, in die er die "special visits" legt, noch Zeit mitbringt, kann zusätzlich noch einen oder zwei "regular visits" unterbringen, nämlich in der Vorwoche oder/und der Folgewoche. (Was auch möglich ist: "special visit" am Montag und Dienstag eines Monatsendes sowie ein "regular visit" z.B. am Freitag derselben Woche, wenn dieser im neuen Monat liegt.)

Das Gefängnis ist für Besucher geöffnet am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils von 8 bis 17 Uhr. Mittwoch ist "Media Day", das bedeutet, der Nachmittag ist den Vertretern der Medien vorbehalten, Besuchszeit daher nur von 8 bis 12 Uhr. Der Mittwoch ist daher für einen "special visit" weniger geeignet. Bis der Gefangene in den Besucherraum gebracht ist, kann unter Umständen eine Stunde vergehen, und dann hat man an einem Mittwoch keine vier Stunden mehr zur Verfügung. Wer dennoch einen "special visit" an einem Mittwoch machen will, sollte schon um ca. 7.50 Uhr vor dem Gefängnis sein, um als erstes dranzukommen und so möglichst viel von den vier Stunden zu bekommen. Wenn man trotzdem schon jemanden vor sich hat, kann man die Betreffenden höflich fragen, ob sie einen für den "special visit" vorlassen - jemand, der nur einen "regular visit" vorhat, wird das vermutlich gern tun.

An Samstagen ist die Besuchszeit zwischen 17.30 und 22 Uhr. Es sind nur "regular visits" möglich, und zwar in zwei Schichten: der erste Besuch ist von 17.30 bis 19.30 Uhr, der zweite von 20 bis 22 Uhr. Zu empfehlen ist die zweite Schicht, da sie nicht so stark gefragt ist, es ist mitunter sogar ruhiger als unter der Woche. Die erste Schicht allerdings ist üblicherweise stark besucht, und da sind viele Kinder dabei. Sonntags gibt es keine Besuchszeit für Todeskandidaten - die Sonntage sind der "general population", also den nicht zum Tode verurteilten Häftlingen der Polunsky Unit, vorbehalten. Für die Samstagsbesuche empfiehlt es sich, eine halbe Stunde vorher am Gefängnis zu sein - mitunter lassen sie einen auch schon eine Viertelstunde vor der offiziellen Zeit rein.

Generell also: "Special visits" legt man am besten auf Montag/Dienstag oder Donnerstag/Freitag. Es empfiehlt sich weiterhin, die Besuche eher früh zu beginnen, also schon um ca. 8 Uhr am Gefängnis zu sein, weil der Besucherraum später voller wird und man in den frühen Morgenstunden mehr Ruhe hat. Und später am Tag kann es auch mal vorkommen, dass man draußen warten muss, wenn der Besucherraum so voll ist, dass sie gerade keinen freien Platz mehr haben. Wer nicht über den Monatswechsel doppelte "special visits" in Anspruch nehmen möchte, ist gut beraten, Monatsanfang und -ende zu meiden - um die Monatsmitte ist es viel ruhiger im Besucherraum, auch wenn man deutlich später als 8 Uhr kommt.

An bestimmten Feiertagen ist das Gefängnis geschlossen, beispielweise am 1. Januar. An Weihnachten ist es üblicherweise mindestens an zwei Tagen zwischen dem 24. und 26.12. geschlossen - das kann sich von Jahr zu Jahr ändern und hängt wohl davon ab, auf welche Wochentage das Fest fällt. Nach anderen Feiertagen muss man sich gegebenenfalls erkundigen, z.B. den Brieffreund fragen oder im Gefängnis anrufen. Nicht vergessen, dass die USA andere Feiertage haben als wir - z.B. den 4. Juli (Independence Day), 3. Montag im Januar (Martin Luther King Day), 3. Montag im Februar (George Washington Day), letzter Montag im Mai (Memorial Day), 1. Montag im September (Labor Day), 2. Montag im Oktober (Columbus Day), 11. November (Veterans Day), 4. Donnerstag im November (Thanksgiving Day). Außerdem gibt es noch ein paar Feiertage speziell in Texas, z.B. am 2. März den Texas Independence Day - eine Übersicht über die Feiertage in Texas gibt es hier: http://www.tsl.state.tx.us/ref/abouttx/holidays.html - die Übersicht enthält sowohl die allgemeinen als auch die texas-spezifischen Feiertage.

Übrigens: Ein Gefangener kann von bis zu zwei Erwachsenen gleichzeitig besucht werden. Kinder (bis 16 Jahre) zählen nicht, können also zusätzlich mitkommen und müssen nicht auf der Besuchsliste stehen.

Anmeldung der Besuche

Voraussetzung ist, dass man auf der Besucherliste seines Brieffreundes steht. Der Gefangene kann bis zu zehn Namen auf seine Liste setzen. Die Liste kann jeweils alle sechs Monate wieder geändert werden. Ein Besuch muss also soweit vorausgeplant werden, dass gewährleistet ist, dass man zur geplanten Zeit bzw. bereits bei der Anmeldung der "special visits" auf der Liste steht.

"Special visits" müssen vorher telefonisch angemeldet werden, "regular visits" nur für die Samstage. Einen "regular visit" für Samstag meldet man am Montag oder Dienstag der betreffenden Woche an. Für "regular visits" unter der Woche kommt man einfach ohne vorherige telefonische Anmeldung zum Gefängnis. Die "special visits" können ab dem 1. des Vormonats angemeldet werden, z.B. für einen geplanten Besuch im Juli also ab 1. Juni. Es empfiehlt sich, die Besuche frühzeitig anzumelden, da die Anzahl der "special visits", die für einen Tag genehmigt werden, auf 10 oder 12 Stück begrenzt ist. Wer über einen Monatswechsel "special visits" für zwei Monate mitnehmen will, muss die Anmeldeprozedur zwangsläufig zweimal durchmachen. Die Nachfrage nach "special visits" für die zweite und dritte Woche eines Monats ist in der Regel geringer. Wer also keinen Monatswechsel einplant oder beispielsweise vier Wochen in den USA bleiben will, ist nicht schlecht beraten, die "special visits" gerade nicht auf Monatsanfang bzw. Monatsende zu legen, wo die Nachfrage üblicherweise größer ist.

Zur telefonischen Anmeldung ruft man in der Polunsky Unit an (an Zeitverschiebung denken! s.u.) - Telefonnummer von Deutschland aus: 001-936-967-8082. Von der Zentrale der Polunsky Unit und lässt man sich mit der zuständigen Sekretärin verbinden: "Hello, I'd like to speak with the warden's secretary of death row, please." [Es kann passieren, dass die Zentrale nicht gleich weiterverbinden kann, weil die Sekretärin auf der Leitung gerade spricht. Dann wird einem erklärt, die Sekretärin sei "busy", und man wird gefragt, ob man am Apparat bleiben möchte: "Do you want to hold?" Ich sag dann ja, die Dame in der Zentrale probiert es immer wieder und fragt einen jedes Mal erneut - bis es klappt...] Man sagt dann, dass man "special visits" anmelden will: "Hello, I'd like to schedule special visits with my pen pal, please." Die Sekretärin fragt dann entweder nach dem Namen oder meistens nach der Nummer des Gefangenen ("offender's number"), ruft ihn im Computer auf und will als nächstes den Namen des Besuchers wissen, um zu schauen, ob man auf der Liste steht. Dann fragt sie, wann man die Besuche machen will, und man gibt die Termine durch. Als nächstes fragt sie noch, ob man alleine kommen wird - wenn man den Besuch zusammen mit jemandem anderen, der ebenfalls auf der Besucherliste stehen muss, machen will, muss man das an der Stelle sagen. Abschließend sagt sie einem meistens noch, dass man am nächsten Tag wieder anrufen kann, um sich bestätigen zu lassen, dass der Warden die Besuche genehmigt hat. (Bei Anmeldungen für Samstage wird man natürlich gefragt, ob man sich für die 1. oder 2. Schicht ("session" oder "round" oder "shift") anmelden möchte, und hier entfällt der weitere Anruf, um zu fragen, ob der Besuch genehmigt ist. Stattdessen muss man eine Telefonnummer angeben, unter der man erreichbar ist, falls etwas mit dem Besuch nicht klappen sollte - was aber wohl die Ausnahme sein dürfte. Es ist auch möglich, dass man gefragt wird, ob man bereit sei, den Besuch zu streichen, falls eine andere Person in der Woche einen Besuch beanspruchen würde.)

Um bei den "special visits" zu erfahren, ob die Besuche genehmigt sind, ruft man wieder die o.g. Nummer an, lässt sich mit der Sekretärin verbinden und sagt: "Hello, I called yesterday to schedule special visits with my pen pal and I'd like to ask now if they are approved." Sie fragt dann wieder nach der Nummer oder dem Namen des Gefangenen und bestätigt die Reservierung der Besuche.

Übrigens: Gefangene, die wegen irgendwelcher Vergehen ihren Status von "Level 1" verlieren und aus disziplinarischen Gründen für geraume Zeit auf "Level 2" oder "Level 3" kommen, verlieren ihr Anrecht auf "special visits"! Und auf "Level 2" gibt es auch nur noch zwei "regular visits" im Monat, auf "Level 3" nur einen pro Monat!

Flug

Der Todestrakt von Texas befindet sich in der Polunsky Unit in Livingston, das ist eine gute Autostunde nördlich von Houston bzw. vom im Norden Houstons gelegenen Intercontinental Airport ("George Bush Airport" - IAH). (Der "Hobby Airport" liegt im südlichen Teil Houstons, ist daher nicht  unbedingt zu empfehlen, weil er die Fahrtzeit nach Livingston um eine Stunde verlängert.) Man bucht also einen Flug nach Houston - Intercontinental Airport. Die Lufthansa fliegt einmal täglich einen Direktflug von Frankfurt nach Houston, es gibt aber auch andere Gesellschaften, die mit Zwischenstopps nach Houston fliegen; z.B. die Air France mit Umsteigen in Paris, British Airways mit Umsteigen in London, KLM mit Umsteigen in Amsterdam oder Air Canada mit Umsteigen in Toronto. [Tipp: Der Lufthansa-Flug war bislang immer in Kooperation mit United Airlines, der Air-France-Flug in Kooperation mir Delta Airlines. Wer das Ticket über die amerikanische Airline bucht, spart eventuell Geld, weil die Steuern nicht so hoch sind.] Andere Gesellschaften wie Delta Airlines haben auch mitunter günstige Angebote, da muss man aber z.B. in Atlanta, Cincinnati oder Chicago umsteigen - beim Umsteigen innerhalb der USA muss man den Koffer abholen und durch den Zoll gehen, bevor man weiterfliegt, und den Koffer dann neu aufgeben - mit den langwierigen Sicherheitskontrollen, die lange Wartezeiten verursachen können -; beim Umsteigen in Europa wird der Koffer bis zum Ziel durchgecheckt. Auf jeden Fall sollte man sich rechtzeitig im Reisebüro erkundigen. Da die Nachfrage vor allem nach den preiswerten Buchungsklassen oft groß ist, ist eine frühzeitige Reservierung bzw. Buchung zu empfehlen. Je nach Jahreszeit - die billigsten Monate sind wohl Februar und November - und Fluggesellschaft können die Kosten in der billigsten Buchungsklasse zwischen 500 und 950 Euro für den Flug betragen. Gegebenenfalls nach Jugendtarifen fragen!

Wer nicht ins Reisebüro, sondern online buchen möchte - ich kann aus langjähriger guter Erfahrung www.ticketfox.de empfehlen, sowohl hinsichtlich des Flugtickets als auch der Mietwagen-Buchung. Ein anderes ALIVE-Mitglied empfiehlt www.traveltopia.de - Traveltopia sei sehr günstig und habe die niedrigsten Stornogebühren. Ein unmittelbarer Vergleich von Ticketfox und Traveltopia zeigt ähnliche Preise - je nach Fluggesellschaft sind mal die einen, mal die anderen ein paar Euro billiger. Also am besten bei beiden mal reinschauen. Ich kenne auch Leute, die mit www.expedia.de gut und günstig gebucht haben.

Da man bei preiswerten Tickets mitunter kein Rückgaberecht bzw. keine Umbuchungsmöglichkeit hat, ist  in solchen Fällen zu einer Reiserücktrittskostenversicherung zu raten - günstig ist www.travelsecure.de. (Achtung: Die zahlt aber nur im Falle von Krankheit o.ä., nicht wenn der Brieffreund auf Level 2 kommt und man deswegen nicht fliegen will! In unsicheren Fällen ggf. vorher gleich nach Storno- bzw. Umbuchungsgebühren fragen! Die können zwischen 150 und 200 Euro liegen, aber das ist im Zweifelsfall immer noch besser als den gesamten Ticketpreis zu verlieren.) - Ebenfalls sollte man an eine Auslandsreisekrankenversicherung denken - günstige Tarife hat die Union Reiseversicherung, wogegen die Europäische ziemlich teuer ist. (Empfehlenswert laut Stiftung Warentest ist HUK-Coburg, weil dort bessere Konditionen hinsichtlich eines eventuellen Krankenrücktransportes geboten werden - die HUK übernimmt die Kosten im medizinisch "sinnvollen" Fall, andere Versicherer meist nur im medizinisch "notwendigen" Fall.)

Übrigens: Die Flugdauer von Frankfurt nach Houston beträgt im Direktflug ca. 11 Stunden, beim Rückflug etwa 10 Stunden. - Und noch ein Tipp: Koffer dürfen wegen der strengen Sicherheitskontrollen nicht abgeschlossen werden. Für Schäden durch gewaltsames Öffnen durch Sicherheitskräfte besteht kein Haftungsanspruch.

Zeit

Der Zeitunterschied beträgt sieben Stunden, das heißt, die Uhr muss auf dem Flug nach Texas sieben Stunden zurück gestellt werden. In USA hat man ebenso wie bei uns eine Sommerzeit, allerdings wird nicht zwangsläufig zum selben Wochenende wie bei uns die Uhr auf Sommer- bzw. Winterzeit geändert: Umstellung auf Sommerzeit erfolgte in der Vergangenheit am ersten April-Wochenende in Texas, also eine Woche nach uns, Umstellung zurück auf Winterzeit Ende Oktober, also wie bei uns. Das änderte sich ab 2007: Nun wird bereits am 2. März-Wochenende umgestellt, und die Winterzeit beginnt erst wieder am 1. November-Wochenende!

Übrigens: Nicht wundern, wenn man nach der ersten Nacht aufgrund der Zeitumstellung schon um 5 Uhr morgens hellwach ist... :-)

Einreise

Zur Einreise in die USA benötigt man als deutscher Staatsbürger einen mindestens für die Zeit des Aufenthalts gültigen Reisepass (für manche andere Länder gilt: mindestens sechs Monate über den Aufenthalt hinaus gültig), seit Oktober 2004 werden nur noch die computerlesbaren bordeaux-roten Pässe akzeptiert. Bei der Einreise werden jetzt die Fingerabdrücke der Zeigefinger genommen, und ein digitales Portrait-Foto wird angefertigt. Das geht alles sehr schnell und verzögert die Einreise nicht wesentlich. Ein Visum wird bei einem Aufenthalt unter drei Monaten nicht verlangt. Einzelheiten kann man beim Auswärtigen Amt (www.auswaertiges-amt.de) oder bei der Amerikanischen Botschaft (www.usembassy.de) erfahren. Seit einiger Zeit gibt es ein Adressformular, das man mit Namen, Heimatland und USA-Aufenthaltsadresse ausfüllen und vor Abflug beim Bodenpersonal abgeben muss. Auf Wunsch kann ich ein Formular mailen (pdf-Datei), aber es geht auch formlos: Auf jeden Fall muss man beim Einchecken am Heimatflughafen die genaue Aufenthaltsadresse in den USA angeben, wer eine Rundreise macht, die exakte Adresse der 1. Station.

Im Flugzeug bekommt man zwei Formulare, die auszufüllen (Kugelschreiber!) und bei Einreise bzw. Zoll nach der Landung in Houston vorzulegen sind. (Achtung: Ab Januar 2009 wird eine solche Registrierung spätestens drei Tage vor Abflug online verlangt! Kann auch das Reisebüro übernehmen.) Beim Flug mit der Lufthansa gibt es auch die deutsche Fassung, bei anderen Fluggesellschaften muss man sich dann schon durch die englischen Formulare quälen. (Bei Angabe des Aufenthaltsorts in den USA muss eine genaue Adresse mit Straße angegeben werden - Hotelname und Ort genügt nicht!) Neben den persönlichen Daten wird man beispielsweise auch gefragt, ob man in den USA kriminelle Handlungen  zu tun beabsichtigt! *LOL* Als ob das jemand an der Stelle dann zugeben würde! (Es dürfen übrigens keine Lebensmittel eingeführt werden! Den angefaulten heimischen Apfel also bitte im Flugzeug zurücklassen... :-) Außerdem ist seit August 2006 die Mitnahme von Flüssigkeiten oder Gels im Handgepäck auf USA-Flügen nur erlaubt, wenn die Packungsgrößen 100 ml nicht überschreiten und man die Sachen in einer durchsichtigen verschließbaren Plastiktüte separat mit sich führt!) Bei der Einreise wird man üblicherweise nach der Dauer des Aufenthaltes und nach dem Zweck des USA-Besuches gefragt - da sagt man: Urlaub oder Freunde besuchen, und bitte NICHT, dass man Besuche im Todestrakt beabsichtigt! So etwas hat schon zu unangenehmen Befragungen und Koffer-Durchwühl-Aktionen geführt, weil die Amerikaner offenbar befürchten, dass jede zweite europäische Frau ihren Brieffreund im amerikanischen Gefängnis zu heiraten beabsichtigt...

Übrigens: Am Einreiseschalter in Houston muss man mitunter mit einer Wartezeit von ein bis zwei Stunden rechnen, manchmal geht es aber auch überraschend schnell.

Mietwagen

Da Livingston und die Polunsky Unit in einer eher ländlichen Gegend liegen, ist es sinnvoll für die zurückzulegenden Wege ein Auto zu mieten. Das sollte man am besten bereits von Deutschland aus buchen (im Reisebüro oder über den ADAC, was günstiger sein soll als übers Reisebüro, oder bei www.ticketfox.de ab ca. 200 Dollar für eine Woche, www.traveltopia.de bietet auch Mietwagen an). Ich habe mit dem Autovermieter "Alamo" gute Erfahrungen gemacht, letztes Mal auch mit "Dollar". Man bucht sinnvollerweise den kleinsten Wagen (Kosten grob geschätzt ca. 250 Euro pro Woche, wenn man im Reisebüro bucht), sollte aber darauf achten, dass der Vertrag auch eine mögliche Unterversicherung eines Unfallgegners mit abdeckt - diese Versicherung heißt "UMP", wird neuerdings aber nur noch von wenigen Gesellschaften angeboten.

Wenn man in Houston aus dem Flughafengebäude herauskommt, steht man quasi automatisch an einer Straße, an der ständig Busse mit der Aufschrift "Rental Car Shuttle" vorbeifahren. Bis August 2003 waren das Shuttle Busse der jeweiligen Autovermietfirmen, jetzt gibt es einen allgemeinen Busdienst, der zu der neuen Zentrale ALLER ansässigen Autoverleiher fährt. Man steigt in einen solchen Bus und lässt sich zu der ca. 5 Minuten entfernt gelegenen "Consolidated Rental Car Facility" , auch einfach "Rental Car Center" genannt, fahren.

Vom Reisebüro hat man einen Voucher (Gutschein) bekommen, den man bei der Vermietstation vorlegt. Außerdem ist ein Zettel (bekommt man eventuell auch schon als Formular zusammen mit dem Voucher) sinnvoll, auf dem man folgende Daten zusammengestellt hat: Führerscheinnummer, Name, Vorname, Geburtsdatum, Heimatadresse, Telefonnummer, Reisepassnummer, Arbeitgeber, Adresse und Telefonnummer während des USA-Aufenthaltes. Führerschein muss man natürlich vorlegen. (Internationaler Führerschein ist nicht nötig, wird von Reiseveranstaltern aber empfohlen. Alte DDR-Führerscheine werden nicht anerkannt.) Und eine Kreditkarte braucht man zur Garantie für eventuelle noch entstehende Kosten (z.B. bei verspäteter Rückgabe des Wagens), die in der Regel aber nicht anfallen. Ohne Kreditkarte muss man Bargeld oder Reiseschecks als Kaution hinterlegen (ca. 25 Dollar pro Tag oder 100 Dollar pro Woche), das geht aber nicht bei allen Anbietern. Ein zweiter Fahrer muss bei der Anmeldung angegeben werden und ebenfalls den Führerschein vorlegen, bei den meisten Autovermietern auch eine eigene Kreditkarte. Der zweite Fahrer kostet Aufpreis, wenn nicht ausdrücklich im Mietpreis inbegriffen. Das Mindestalter eines Fahrers beträgt bei Alamo 19 Jahre (bei Avis 21 Jahre), und Fahrer unter 25 Jahren zahlen einen Aufpreis von 10 bis 20 Dollar pro Tag, abhängig von Alter und Autovermieter - kann man im Reisebüro erfragen.

Häufig wird man gefragt, ob man einen Upgrade möchte, also ein größeres Auto gegen entsprechenden Aufpreis. Das lehnt man dann sinnvollerweise ab. Da die Vermietstationen von den kleinsten Autos sowieso nur eine begrenzte Stückzahl haben, weil die nicht so oft gefragt werden, bekommt man häufig sowieso ein größeres Auto als das gebuchte - und zwar ohne Aufpreis. Vorsicht auch, dass man sich nicht zusätzliche Versicherungen aufschwatzen lässt, die man gar nicht will! Die Wagen haben alle Automatikgetriebe und Klimaanlage. (Und gegebenenfalls nicht wundern: Bei manchen Autos fährt man IMMER mit Licht, das geht automatisch an und ist dann normal.) Den Wagen bekommt man natürlich voll betankt. Ist die erste Tankfüllung im Mietpreis inbegriffen, kann man den Wagen mit leerem Tank wieder abgeben.

Übrigens: Wer im Winter nach Texas reist, sollte einen Eiskratzer mitnehmen! Auch wenn die Winter nicht so kalt sind, morgendlicher Reif auf den Scheiben ist schon mal drin - und wer nicht, wie bei den Amis üblich, stundenlang den Wagen warmlaufen lassen will zum Scheibenenteisen, ist mit einem Eiskratzer gut beraten. Alternativ kann man noch, wie ich es schon gemacht habe, die Scheck- oder Kreditkarte dazu benutzen... :-)

Tanken

Das Benzin ist in den USA immer noch vergleichsweise billig. Eine Gallone (= 3,8 Liter) Normalbenzin (regular) kostete im Juli 2008 ungefähr 4 Dollar. Die meisten Tankstellen sind wie bei uns mit Selbstbedienung. In ländlichen Gebieten tankt man erst und zahlt anschließend, an größeren Tankstellen oder in Städten wird häufig Vorauszahlung (z.B. per Kreditkarte) erwartet, die man direkt in die Zapfsäule einführt.

Übrigens: An manchen Zapfsäulen muss man nach Abnahme der Zapfpistole noch einen Hebel nach oben klappen, auf dem die Zapfpistole vorher saß, damit man loslegen kann.

Verkehrsregeln

Mit dem Voucher bekommt man über das Reisebüro normalerweise auch einen USA-Atlas, und da steht auch etwas zu den Verkehrsregeln und Schildern drin. Die wichtigsten Unterschiede zu Deutschland sind: Es gibt an manchen Kreuzungen Stoppschilder für alle Straßen, da steht dann unter dem Stoppschild "4way", wenn's vier Straßen sind, oder "3way" bei drei Straßen. Das bedeutet, dass jeder anhalten muss an der Kreuzung, und dann fahren die Autos in der Reihenfolge, in der sie die Kreuzung erreicht haben. Auf mehrspurigen Highways darf rechts überholt werden, sofern nicht ausdrücklich per Schild etwas anderes gefordert ist. An roten Ampeln darf man, wenn nicht ausdrücklich verboten, trotz des Rotsignals nach rechts abbiegen. Schulbusse (mit Blinklicht und Tafel draußen) dürfen an Haltestellen von beiden Seiten her nicht überholt werden. Und schließlich ist noch interessant, dass es neben den Highways oder Interstate-Autobahnen nicht selten parallel verlaufende sogenannte Service-Roads gibt. Von denen fährt man dann auf den Highway drauf bzw. auf die gelangt man zunächst, wenn man eine Ausfahrt nimmt. (Achtung: Nicht selten stehen Polizei-Autos auf diesen Straßen und überwachen den Highway, besonders die Schnellfahrer.)

Die Beschilderung der Straßen, auf denen man sich befindet, ist üblicherweise ganz gut. Immer wenn einem ein Schild mit einer Straßenbezeichnung begegnet, über dem JCT steht, bedeutet das, dass man sich unmittelbar einer Kreuzung oder Einmündung nähert, an der man auf die genannte Straße trifft - JCT = Junction = Kreuzung.

Übrigens: In den USA wird grundsätzlich nicht so schnell gefahren wie in Europa. Geschwindigkeitsbegrenzungen sollte man ernst nehmen. Sollte einen mal die Polizei anhalten, wird Wert darauf gelegt, dass man im Wagen sitzen bleibt und dass der Polizist die Hände des Fahrers sehen kann - am besten ans Lenkrad legen.

Tipps für Leute ohne Führerschein

Wer keinen Führerschein hat, ist schon ein bisschen aufgeschmissen. Aber auch hier gibt es Lösungen. Man könnte sich Mitstreiter suchen - z.B. jemand, der zur selben Zeit in Texas Besuche in der Polunsky Unit machen will und fahren kann. Da würde sich eine Anfrage bei ALIVE - Koalition gegen die Todesstrafe e.V. oder anderen Organisationen anbieten - würde ich weiterleiten, wenn mir jemand diesbezüglich eine Anfrage schickt.

Ein relativ neues Angebot kommt von einer Frau namens Ginny. Sie bietet Taxi-Dienste speziell für Todestrakt-Besucher an, sowohl Fahrten vom/zum Flughafen, als auch zur Polunsky Unit oder nach Huntsville. Ginny ist in der Gegend geboren und aufgewachsen, kennt sich also bestens aus. Ginny nimmt 90 Dollar für eine Fahrt zum Flughafen und 20 Dollar von Livingston zur Polunsky Unit - so die neuen Preise, die mir mitgeteilt wurden. Mehr Infos auf ihrer Website: www.geocities.com/ginnytaxi/trans.html - und Kontakt: E-Mail-Adresse ist ginnytaxi@yahoo.com und Telefon von Europa aus 001-936-433-4395.

Dorothy Miller-El  bietet ebenfalls einen speziellen Taxi-Dienst an - und zwar auch für Leute, die nicht bei ihr wohnen (s.u. unter "Unterbringung"). Sie holt einen vom Flughafen ab und bringt einen ins gewünschte Motel. Auch Fahrten zur Polunsky Unit und zurück sind möglich. Die Fahrpreise aber unbedingt vorher vereinbaren und bestätigen lassen. Dorothy ist nicht immer zuverlässig und wohnt außerdem ein ganzes Stück von Livingston entfernt. Adresse etc. siehe bei "Unterbringung".

Schließlich: Von einem der Hotels in Livingston (s.u.) zur Polunsky Unit zu kommen, ist mit einem regulären Taxi für schätzungsweise 20 oder 25 Dollar pro Fahrt möglich. Hier drei Nummern: a) Livingston Cab Company, Telefon: 936-328-8181, b) 350 South Cab Company, Telefon: 936-967-0782, c) BLT Taxi, Telefon: 936-327-7474. Für 10 Dollar war seinerzeit aber auch der Chef vom Super 8 Motel in Livingston gern schon selber gefahren. Ein Problem bliebe dann aber noch der Weg vom Flughafen nach Livingston und zurück - das ist mit dem Taxi fast nicht zu bezahlen (schätzungsweise 200 Dollar) und öffentliche Verkehrmittel gibt es kaum. Es verkehren Greyhound- (www.greyhound.com) oder Kerrville-Busse (Kerrville Bus Company, Phone: 1-(800) 335-3722) zwischen Livingston (und auch zwischen Huntsville) und Houston, aber die fahren nicht den Flughafen an und verkehren nur vielleicht drei- oder viermal am Tag - Kosten liegen zwischen 12 und 38 Dollar pro Fahrt - da variieren meine Infos - offenbar kann man auch durch Vorausbuchung Geld sparen. Die dem Flughafen nächstgelegene Busstation Richtung Livingston wäre Humble (902 N. Houston Ave), etwa drei Meilen östlich vom Airport. (Preise in dem Abschnitt aus der Zeit, bevor der Benzinpreis so angestiegen ist - können also gut höher sein inzwischen!)

Wenn jemand zwar den Weg zwischen Flughafen und Livingston selber zu fahren scheut, aber in der ländlichen Gegend um Livingston herum schon selbst fahren würde - es gibt eine Autovermietung in Livingston. Wenn man den Highway 59 von Houston aus nach Livingston fährt, kommt man vor Livingston am Motel "The Lake Livingston Inn" vorbei. Etwa 200 Meter danach, neben der Ford Autogarage, findet sich Enterprise rent-a-car. Hier die Kontaktdaten: Enterprise rent-a-car, 2400 Hwy 59 North, Livingston, TX 77351, Tel.: 936-328-5945, Fax: 936-328-5946, Website: www.enterprise.com (Postleitzahl eintragen!) - Kontaktpersonen: Brandi Cox oder Thomas Underferth.

Zahlungsmittel

Man sollte nicht ohne Kreditkarte in die USA reisen, da es immer wieder Situationen gibt, wo es einfach erwartet wird, dass man eine Kreditkarte vorlegen kann, und andere Zahlungsmittel unüblich sind. Visacard und Mastercard (Eurocard) sind allgemein anerkannt. Eine nicht zu große Menge Bargeld in kleinen Scheinen (1-, 5-, 10-, 20-Dollar-Scheine) macht Sinn, darüber hinaus gegebenenfalls Reiseschecks. Mit Kreditkarte (und auch Euroscheckkarte, sofern das Maestro-Zeichen drauf ist) kann man an Automaten Bargeld abheben - diese werden mit ATM bezeichnet und gibt es an jeder Bank. Es gibt auch einen in der Nähe des Customer Service im Wal-Mart in Livingston - dort hab ich schon erfolgreich Geld gezogen.

Unterbringung

Hinsichtlich der Unterbringung gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten, bei denen man je nach Bedürfnis entscheiden muss.

Leider sieht es so aus, dass das "Blue Shelter Guesthouse" in Livingston, in dem ich in den letzten Jahren mein Quartier hatte, nun endgültig geschlossen ist. Christa Haber ist eine Deutsche und hat in den letzten fünf Jahren in Texas gelebt und im "Blue Shelter" speziell Unterkunft für Besucher der Polunsky Unit angeboten. Nun wurde ihr Visum nicht verlängert, was sie zur Rückkehr nach Deutschland zwingt.

-- Sollte jemand Näheres wissen wollen hinsichtlich eines anderen Gästehauses ganz in der Nähe der Polunsky Unit, bitte private Mail an mich. --

In Livingston selbst gibt es mehrere Motels direkt neben dem Highway. Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Preise bei den Motels in der Regel Zimmerpreise sind. Die Zimmer sind oft mit ein oder zwei Doppelbetten (ca. 1,35 x 2 m) sowie Badezimmer und TV ausgestattet, sodass ein Zimmer leicht zwei bis vier Personen aufnehmen kann. Der Aufpreis pro zusätzlicher Person auf den Zimmergrundpreis liegt bei nur wenigen Dollar. Wenn man sich also zu zweit oder dritt ein Zimmer teilt, ist ein Motel durchaus erschwinglich, aber für eine Einzelperson ist ein Motelzimmer eine vergleichsweise eher teure Angelegenheit.

Das Super 8 Motel (hieß bis Dezember 2003 noch Econo Lodge) liegt preislich über 65 Dollar. Die Zimmer haben TV, Telefon und Internet-Anschluss, manche auch Kühlschrank und Mikrowelle. In den Morgenstunden kann man sich am Empfang mit Kaffee, O-Saft, Donuts, Muffins und Obst versorgen. Das Super 8 Motel hat einen Swimming-Pool.

Super 8 Motel, 117 Hwy 59 Loop South, Livingston, TX 77351, Tel.: 001-936-327-2451, Fax: 001-936-327-1254, Website: www.super8.com (Staat und Ort eingeben!)

Im Motel The Lake Livingston Inn sind die Zimmer einfach eingerichtet, ruhig und haben TV und Telefon. Die Zimmer in Richtung Swimming-Pool sind zu bevorzugen. Ein abwechslungsreiches und gutes Frühstück ist im Preis enthalten. Ein Zimmer kostet pro Nacht zwischen 50 und 60 Dollar.

The Lake Livingston Inn, 3219 Hwy 59 South, Livingston, TX 77351, Tel.: 001-936-327-2525, Website: www.lakelivingstoninn.com

Das Hampton Inn wurde erst 2006 erbaut. Es ist ruhig gelegen und verfügt über einen Swimming-Pool und einen Fitness-Raum. Die Zimmer sind sehr schön eingerichtet, Preis pro Nacht zwischen 60 und 95 Dollar.

Hampton Inn, 1510 Hwy 59 South Loop (Exit Hwy 59 Business), Livingston, TX 77351, Tel.: 001-936-327-2300, Website: www.hotel-livingston.com

Das Relax Inn ist preislich günstiger als die anderen Motels, aber insgesamt einfacher ausgestattet. Die Zimmer sind ruhiger, aber deutlich kleiner und weniger modern. Sie haben TV und Telefon, manche auch Kühlschrank und Mikrowelle. In den Morgenstunden steht am Empfang Kaffee zur Selbstbedienung bereit. Swimming-Pool gibt es keinen.

Relax Inn, 800 Loop Hwy 59 South (Exit: Factory Outlet Dr. ), Livingston, TX 77351, Tel.: 001-936-327-2401

In Preis und Ausstattung ähnlich wie das Relax Inn ist das Livingston Inn Motel, das aber von den fünf genannten Motels am weitesten von der Polunsky Unit entfernt ist.

Livingston Inn Motel, 4145 Hwy 59 South, Livingston, TX 77351, Tel.: 001-936-327-5455, Fax: 001-936-327-2387

Für alle Motels gilt: Die Preise werden meistens ohne Tax angegeben - die Steuern kommen also in der Regel noch dazu. Beim Anfragen des konkreten Preises nach Wochenrabatt fragen, sofern man sieben Tage oder länger bleibt! (Achtung: Wenn man z.B. acht Nächte bleibt, kann es durchaus sein, dass für die ersten sieben Tage der reduzierte Wochenpreis gilt und der achte Tag dann wieder im Normaltarif gerechnet wird.) Noch ein Tipp: Mitglieder des ADAC können sich dort eine AAA-Card holen, mit der man in den USA Vergünstigungen bekommt, z.B. auch in manchen Hotels. Und schließlich: Je nach Jahreszeit können die Preise bei Buchung über Internet (www.hotel-guides.us) deutlich günstiger sein als bei direkter Buchung beim jeweiligen Motel!

Die Fahrtzeit von den genannten Motels zur Polunsky Unit liegt zwischen 10 und 20 Minuten. (Bei Motels oder Motel-Ketten ohne eigene Website kann man über www.google.de die betreffenden Häuser in der Regel auf verschiedenen Hotelanbieter-Seiten finden!)

Deutlich preisgünstiger ist in Huntsville das "Hospitality House". Das ist eine von Baptisten getragene Einrichtung speziell für Leute, die Besuche in einem der vielen Gefängnisse in und um Huntsville machen. Dort gibt es keinen festen Preis, sondern das läuft auf Spendenbasis, der Richtwert war früher 10 Dollar pro Tag und Person - keine Ahnung, ob das heute noch so ist. Die Zimmer sind einfach, mit Stockbetten ähnlich einer Jugendherberge. Ein großes Badezimmer mit WC gibt es jeweils nur für den gesamten Flur. An Wochenenden oder vor einer Hinrichtung ist dort viel Betrieb, sonst eher ruhig. Die Höchstaufenthaltsdauer ist auf 10 oder 14 Tage begrenzt. Freddy und Sherry Walters führen das Haus. Sie würden nach eigenen Angaben nicht dulden, dass jemand mit einem Anti-Death-Penalty-T-Shirt in ihrem Haus herum läuft, und Freddy Walters ist wohl unter Berufung auf seine Bibel nicht gegen die Todesstrafe. Wenn man das Thema jedoch nicht provoziert oder diskutiert, sind sie ganz okay. (Allerdings musste ich die folgende negative Erfahrung machen, die mit dem Quartier nichts zu tun hat: Das Vorgespräch vor einer Hinrichtung findet immer im Hospitality House statt. Man lässt die Freunde der Zeugen, die zur Unterstützung mitkommen wollen, nicht ins Haus! Nur Familienmitglieder des Hinzurichtenden und Zeugen, weil sich Familienmitglieder durch weitere Leute gestört fühlen könnten. Nur dass in unserem Fall gar keine Familienmitglieder anwesend waren und wir unsere Freunde dabei haben wollten...) Die Adresse vom Hospitality House:

Hospitality House, 912 10th Street, Huntsville, Texas 77320, Tel. + Fax: 001-936-291-6196, E-Mail: freddy.walters@thehospitalityhouse.org - Website: www.thehospitalityhouse.org

Wer nicht in das Hospitality House will, aber - weil er beispielsweise länger in Texas bleibt - auch nicht in dem vergleichsweise kleinen Livingston versauern, sondern in dem deutlich größeren Huntsville bleiben möchte, der hat die Möglichkeit  beispielsweise im Motel 6 oder Econo Lodge oder Super 8 Motel von Huntsville unterzukommen. Preise müssten angefragt werden - die können sich deutlich von anderen Hotels derselben Kette unterscheiden, weil alle Einrichtungen unabhängig geführt werden. Die Adressen:

Motel 6, 122 I-45 North, Huntsville , TX 77340, Tel.: 001-936-291-6927, Website: www.Motel6.com (Staat und Ort eingeben!)

Econo Lodge, 112 I-45 North, Huntsville, TX 77340-3653, Tel.: 001-936-295-6401

Super 8 Motel, 3121 Montgomery Road, Huntsville, TX 77340, Tel.: 001-936-730-8888, www.super8.com (Staat und Ort eingeben!)

Von Huntsville aus fährt man eine knappe Stunde mit dem Auto zur Polunsky Unit nach Livingston.

Eine weitere private Adresse ist Dorothy Miller-El, die Frau eines zum Tode Verurteilten von Texas, die außerhalb von Huntsville wohnt und ein Zimmer für maximal zwei Personen vermietet. (Den Wohnwagen, den sie daneben noch zum Vermieten hatte, hat sie aufgegeben.) Neben sehr zufriedenen Stimmen, die ich vernommen habe, wurde mir allerdings auch berichtet, Dorothy sei nicht hundertprozentig zuverlässig, und die Preise variieren wohl sehr. Also unbedingt anfragen und den vereinbarten Preis schriftlich bestätigen lassen.

Dorothy Miller-El, P.O. Box 965, Riverside, TX 77367 - Das ist die Postfach-Adresse, die Hausadresse ist: 73 Michael Street, Huntsville - das ist aber nicht in Huntsville selbst, sondern außerhalb in Riverside Habor. Dorothy's Telefonnummer und E-Mail-Adresse: Tel.: 001-936-436-9645, Mobilfunk: 001-936-662-3523 - E-Mail: five@txucom.net und seven756@hotmail.com

Riverside Habor liegt in der Nähe des Gefängnisses namens Ellis Unit One, in dem der Todestrakt bis zum Jahr 2000 untergebracht war. Man braucht also für den Weg in den jetzigen Todestrakt auf jeden Fall ein Auto bzw. einen Fahrer - da Dorothy aber auch Taxi-Dienste anbietet, sollte das kein Problem sein. Auch hier gilt aber: Den Preis unbedingt vorher vereinbaren und bestätigen lassen!

Wenn man mit mindestens drei bis vier Personen nach Texas reist, kann man günstigerweise auch ein Haus am Lake Livingston mieten. So etwas findet sich beispielsweise hier: www.cyberrentals.com/Tx/ChasTX.html und www.vrbo.com/vacation-rentals/usa/texas - ansonsten mal selber im Web suchen...

Für eine preiswerte Bleibe in Houston - z.B. wenn man Zeit zu überbrücken hat - bietet sich das Houston International Hostel an, ein Jugendhotel. Mehrbettzimmer mit Stockbetten kosteten vor wenigen Jahren 15 Dollar pro Person und Nacht (plus Tax), Einzelzimmer entsprechend mehr. Badezimmer muss man sich mit anderen teilen, außerdem gibt es eine Küche und einen Gemeinschaftsraum. Das Jugendhotel liegt relativ zentral in Houston und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Die Adresse:

Houston International Hostel, 5302 Crawford, Houston, TX 77004, Tel.: 001-713-523-1009, Website: www.houstonhostel.com

Übrigens: Die Stromversorgung in den USA beträgt 110 Volt. Elektrogeräte sollten also darauf umzustellen bzw. dafür geeignet sein. Außerdem braucht man einen Steckdosenadapter für die USA!

Wegbeschreibungen

Von der Autovermietung am Houstoner Intercontinental Flughafen nach Livingston: Das "Rental Car Center" liegt östlich vom John F Kennedy Boulevard. Man folgt immer den Schildern Richtung Highway 59 (die Beschilderung ist gut), gelangt so vom John F Kennedy Boulvard, dem man kurz in nördlicher Richtung folgt, in den Will Clayton Pkwy, den man in östlicher Richtung befährt. Immer den Schildern Richtung Highway 59 folgen und schließlich, nachdem man unter einer Brücke durchgefahren ist, nach links auf Hwy 59 North abbiegen. Links halten, um von der parallel verlaufenden Service Road auf den eigentlichen Highway zu gelangen. Eine Karte, in der die Vermietstation eingezeichnet ist, kann man übrigens bei Übergabe des Autos bekommen - ist auch weiter unten unter "Stadtpläne und Straßenkarten" zu finden.

Auf dem Highway 59 North immer weiter fahren. (Vorsicht! Nach dem Schild "Cleveland - Next 4 Exits" kommt eine Ausfahrt in gerader Richtung - links halten, sonst fährt man aus Versehen automatisch in den Exit hinein.) Man fährt ungefähr eine Stunde mit dem Auto vom Flughafen nach Livingston.

Zu den Motels in Livingston: Bereits vor Erreichen von Livingston liegt rechter Hand des Highway zuerst das Livingston Inn Motel, zwei bis drei Meilen danach das The Lake Livingston Inn.

Wenn man Livingston erreicht, NICHT die erste Abfahrt nehmen, obwohl dort Hwy 59 (Bus für Business) und Livingston steht, sondern links halten in Richtung "Lake Livingston"! Dort steht leider nicht dabei, dass das immer noch der Hwy 59 ist (der sich nämlich hier teilt für kurze Zeit) und dass es dort zum Hwy 190 geht - oder zumindest hab ich das nicht gesehen. In dieser Richtung geht es aber zum Relax Inn und zum Super 8 Motel - sonst landet man im Zentrum von Livingston. (Hampton Inn kenne ich noch gar nicht, aber in der Adresse oben steht ja Exit 59 Bus - in dem Fall also doch die erste Abfahrt nehmen?)

Für das Relax Inn verlässt man den Highway an der Ausfahrt "Factory Outlet" / "Mill Ridge Drive" - das Motel liegt rechts neben dem Highway.

Will man zum Super 8 Motel, fährt man weiter bis zur Abfahrt "Hwy 190", fährt dort in den Exit, hält sich dann auf der ganz linken Spur und folgt dem U-Turn, gleich nach der Kurve ist rechts die Einfahrt zum Super 8 Motel - sieht man etwas spät. Das Super 8 Motel liegt links neben dem Highway, deshalb muss man im U-Turn in die andere Richtung des Highways "drehen".

Zur Polunsky Unit: Wenn man Livingston erreicht, NICHT die erste Abfahrt nehmen, obwohl dort Hwy 59 und Livingston steht, sondern links halten in Richtung "Lake Livingston"! Weiterfahren bis zur Abfahrt "Hwy 190", dort in den Exit fahren. Dann nach leichter Steigung (rechts ist ein Burger King) an der Ampel nach links auf den Hwy 190 West in Richtung Huntsville abbiegen (am besten die linke der beiden Spuren nehmen und dort bleiben). Nach ein paar hundert Metern geht es links in die FM 350 South - es gibt auch ein Schild, dass es dort zur Polunsky Unit geht, aber bis man das lesen kann, hat man das Abbiegen verpasst. Es ist die erste Ampel ein paar hundert Meter nach dem Wal-Mart. Ganz gut kann man sich auch orientieren, indem man nach einem südstaaten-ähnlichen Landsitz auf der linken Seite schaut - das ist die neu erbaute First National Bank - danach muss man links abbiegen. Vor dieser Bank ist jetzt eine große türkisfarbene Werbung für "Cedar Point", nach der Bank kommt noch "City Grille". (Wer's verpasst, auch kein Problem, dann eine Abfahrt später nach links nehmen und im U-Turn in die entgegengesetzte Richtung des Highway drehen und dann rechts ab.) Zur Polunsky Unit fährt man nun die FM 350 South geradeaus weiter für wenige Meilen. In kurzer Zeit sieht man rechts den rot-weißen Wasserturm, und danach liegt das Gefängnis direkt auf der rechten Seite.

Von den Motels in Livingston zur Polunsky Unit: Vom Super 8 Motel muss man erst ein Stück in die "falsche" Richtung fahren, weil sich das Hotel ja auf der Seite des Highways befindet, die nach Houston führt. Man fährt also rechts runter in Richtung Hwy 59 South, bleibt aber auf der Service-Road und fährt nicht links auf den Hwy! Immer schön geradeaus fahren, dann führt die Straße automatisch in einer sehr scharfen Linkskurve unter dem Hwy durch in die andere Richtung, nämlich zum Hwy 59 North. Weiter auf der Service-Road bleiben und nicht auf den Hwy 59 fahren, sondern bis zur Ampel, wo es links geht auf den Hwy 190 West Richtung Huntsville.

Vom Relax Inn nach rechts auf die Service-Road fahren, ebenfalls bis zur Ampel, wo es links auf den auf den Hwy 190 West geht.

Vom Lake Livingston Inn und vom Livingston Inn Motel auf den Hwy 59 North fahren. Wenn man Livingston erreicht, NICHT die erste Abfahrt nehmen, obwohl dort Hwy 59 und Livingston steht, sondern links halten in Richtung "Lake Livingston"! Weiterfahren bis zur Abfahrt "Hwy 190", dort in den Exit fahren.

Ab hier gilt es jetzt für alle Motels kommend: Nach leichter Steigung (rechts ist ein Burger King) an der Ampel nach links auf den Hwy 190 West in Richtung Huntsville abbiegen (am besten die linke der beiden Spuren nehmen und dort bleiben). Nach ein paar hundert Metern geht es links in die FM 350 South - es gibt auch ein Schild, dass es dort zur Polunsky Unit geht, aber bis man das lesen kann, hat man das Abbiegen verpasst. Es ist die erste Ampel ein paar hundert Meter nach dem Wal-Mart. Ganz gut kann man sich auch orientieren, indem man nach einem südstaaten-ähnlichen Landsitz auf der linken Seite schaut - das ist die neu erbaute First National Bank - danach muss man links abbiegen. (Wer's verpasst, auch kein Problem, dann eine Abfahrt später nach links nehmen und im U-Turn in die entgegengesetzte Richtung des Highway drehen und dann rechts ab.) Der FM 350 South ein paar Meilen lang folgen, bis man rechts einen rot-weißen Wasserturm sieht. Gleich danach sieht man auf der rechten Seite auch die Polunsky Unit.

Vom Intercontinental Flughafen Houston nach Huntsville und zurück: Während es östlich vom Flughafen auf den Highway 59 North nach Livingston geht, fährt man nach Huntsville über die westlich vom Flughafen gelegene Interstate 45 North in Richtung Dallas - die Interstate 45 ist von der Auto-Vermietstation des Flughafens ebenso gut ausgeschildert wie der Highway 59. Nach etwa anderthalb Stunden kommt man nach Huntsville und nimmt dort den Exit 116. Motel 6 und Econo Lodge von Huntsville befinden sich in der Nähe der Ausfahrt - für die übrigen Örtlichkeiten s.u. bei Stadtpläne. Kommt man von Huntsville aus zurück zur Auto-Vermietstation des Houstoner Flughafens, fährt man die Interstate 45 South, nimmt dann den Exit 60, gelangt so auf den Beltway 8 East, dem man bis zur Abfahrt "Intercontinental Airport" folgt, wo man auf den John F Kennedy Boulevard kommt. Irgendwann sollte dann die Beschilderung "Rental Car Return" einsetzen.

Zu Dorothy Miller-El in Riverside Harbor: Der Weg zu Dorothy Miller-El hängt davon ab, aus welcher Richtung man kommt - am leichtesten lässt er sich anhand der beiden unten zur Verfügung gestellten Karten (Übersichtskarte Lake Livingston und Übersicht Riverside) ermitteln. Auf der FM 980 befindet sich zwischen der Abfahrt zur Ellis Unit One und Riverside die Abfahrt zu Riverside Harbor. Ein Straßenschild steht dort nicht, wohl aber ein Schild "Riverside Habor". Dort fährt man hinein und dann gleich wieder die erste Möglichkeit links - das ist die Michael Street, aber es steht dort ebenfalls kein Straßenschild. Die Straße fährt man ziemlich weit durch, bis auf der linken Straßenseite ein rotes Haus kommt, an dem 73 Michael Street steht.

Von Livingston zur Autovermietung am Houstoner Flughafen: Auf den Hwy 59 South fahren in Richtung Houston. Nach einer knappen Stunde kommt die Abfahrt "Townsen", dann die Ausfahrt "Humble". Die nächste Ausfahrt ist der Will Clayton Pkwy, der zum Flughafen führt, diese Abfahrt also nehmen, erst ein Stückchen der parallel verlaufenden Sercice-Road folgen und dann vor der Ampel nach rechts (West) auf den Will Clayton Pkwy einbiegen. Immer geradeaus der Straße folgen (sind alle möglichen Terminals und Fluglinien angegeben), bis schließlich die Beschilderung zum "Rental Car Return" einsetzt - das dauert etwas. Immer den Schildern folgen - ist gut zu finden. Von der Vermietstation lässt man sich dann mit dem Shuttle Bus zum Terminal D (Intercontinental Flights) des Flughafens bringen bzw. zu einem anderen Terminal, wenn man einen US Flug hat. Kann man dort erfragen.

Stadtpläne und Straßenkarten

Hier stehen Stadtpläne und Straßenkarten zum Downloaden und Ausdrucken zur Verfügung. Die Dateien sind jeweils um 200 KB (jpg-Bildformat) groß, damit eine zufriedenstellende Qualität der Karten gewährleistet ist - wer kein DSL hat, also bitte etwas Geduld beim Aufrufen der Files mitbringen! :-) Beim direkten Ausdrucken von der Website ist es gut möglich, dass die Karten nicht komplett auf das Blatt gehen, ich empfehle daher folgendes Verfahren: Zunächst die Karte über die Option "Speichern" aus der Symbolleiste oder über die rechte Maustaste auf der Festplatte speichern. Dann die Datei öffnen und vor dem Ausdrucken unter "Seitenansicht" die Seite einrichten (Hochformat oder Querformat) und das Bild in die Seite einpassen. Wenn's Probleme gibt, bitte per E-Mail (s.o.) bei mir melden!

- Übersichtskarte East Texas (Houston, Livingston, Huntsville)

- Übersichtskarte Lake Livingston (Huntsville, Riverside, Onalaska, Livingston - inkl. Ellis Unit One und Polunsky Unit)

- Stadtplan Livingston (inkl. Super 8 Motel, Relax Inn, Wegweiser Polunsky Unit)

- Stadtplan Huntsville (inkl. Hospitality House, Walls Unit, Gefängnisfriedhof, Prison Museum, Motel 6, Econo Lodge)

- Übersicht Riverside (Dorothy Miller-El)

- Übersichtskarte Houston

- Übersichtskarte Flughafen und Umgebung

- Übersichtskarte Flughafen

- Straßenkarten Flughafen: Bild 1, Bild 2, Bild 3, Bild 4 (Bilder 1-3 ergänzen sich, Bild 4 zeigt die Kreuzung mit Hwy 59.)

- Übersichtskarte Texas

Der Besuch in der Polunsky Unit

Es sind mitzunehmen: Reisepass, Rückflugticket (bzw. E-Ticket-Ausdruck) bei "special visits" zum Nachweis, dass man mehr als 300 Meilen entfernt wohnt und auch wieder abzureisen beabsichtigt, bis zu 20 Dollar in Münzen (keine Scheine!) für die Snackmaschinen, Autoschlüssel. Für diese Dinge benötigt man ein durchsichtiges (!) Plastiktäschchen, in dem man die Sachen unterbringt. Weiteres darf nicht mit in das Gefängnis genommen werden, obgleich nicht unbedingt jemand was sagt, wenn man ein paar Tempotücher oder einen Labello bei sich hat. (Wird in letzter Zeit je nach Aufseherin strenger gehandhabt...)

Kleidungsregeln: Nichts Weißes, nichts Durchsichtiges, nichts Schulterfreies, keinen zu tiefen Ausschnitt, keine Shorts, keine kurzen Röcke, sondern Hosen oder Röcke, die die Knie bedecken, geschlossene Schuhe, keine Sandalen, keine T-Shirts mit Anti-Todesstrafen-Parolen oder sonstigen Sprüchen, die Ärger verursachen können. (Je nach Personal gehen auch immer wieder Sachen davon durch, z.B. Sandalen oder weiße Kleidung, aber wenn's schon unbedingt sein muss, dann sollte man Alternativen zum Wechseln im Auto haben.) Da der Besucherraum nicht nur im Winter, sondern auch im heißesten Sommer wegen der Klimaanlage oft SEHR kalt ist, empfiehlt sich auch für den Sommer unbedingt eine Jacke!

Bis Frühjahr 2006 konnte man außer samstags auf den Parkplatz geradeaus durchfahren und einfach dort sein Auto abstellen. Jetzt ist die Schranke auch wochentags geschlossen und man muss den Weg rechts an der Schranke vorbei entlangfahren, bis man von einem Wachposten angehalten wird. Der Wärter will einen Ausweis (Führerschein, aber Pass geht auch) sehen und schaut überall in den Wagen (Kofferraum, Motorraum, Handschuhfach usw.), notiert Kennzeichen und Baujahr (muss man bei Mietwagen schätzen) und Namen - den eigenen und den des Insassen sowie dessen Nummer, den man besuchen will - auf einer Liste, wo man als Fahrer noch unterschreiben muss. Neuerdings bekommt man ein Schild mit einer Nummer, das man vorne ins Auto legt. Die Nummer bezeichnet die konkrete Parklücke, wo man seinen Wagen abzustellen hat - man darf sich den Parkplatz nicht mehr aussuchen. Die Besucherparkplätze sind die fast nächstgelegenen nach der Einfahrt. (Man muss zwar immer noch die Besucherparkplätze nutzen, aber mit dem Schild und der genauen Nummer, da sind sie wieder nachlässiger geworden - außerdem konnte man die Nummern an den Parkplätzen bei meinem letzten Besuch kaum noch lesen.)

Wenn man auf dem Parkplatz der Polunsky Unit angekommen ist, geht man durch die Eingangstür und befindet sich sogleich im Anmeldungsraum. Wenn man keine Münzen hat, kann man in dem Anmeldungsraum an mehreren Automaten Geldscheine in Dollar-Münzen tauschen. (Ein Automat wechselt in Dollarmünzen, der andere in Quarters - für den Fall, dass beide Automaten leer oder kaputt sind, ist unwahrscheinlich, ansonsten sollte man im Auto Kleingeld haben!) Die Automaten nehmen 1-, 5-, 10- und 20-Dollar-Scheine. Dann stellt man sein Täschchen für einen Moment auf einem Tisch ab, zieht seine Jacke aus und geht, beobachtet von einem Wärter, durch einen der beiden Metalldetektoren (wie am Flughafen). (Keine Panik, wenn das Ding Alarm schlagen sollte - das kann passieren, wenn man mit den Händen etwas zu dicht an die Sensoren kommt. Einfach ein bisschen schräg durchgehen. Im schlimmsten Fall kommt jemand mit einem Handdetektor.) Der Wärter oder die Wärterin untersucht noch die auf dem Tisch abgelegten Sachen. (Diese genaueren Kontrollen, die jetzt auch die Gefängnisangestellten selbst durchlaufen müssen, gibt es seit Sommer oder Herbst 2005.) Man geht dann zum Schalter, gibt seinen Pass ab und sagt den Namen und die Nummer des Gefangenen, den man besuchen will, und sagt noch dazu, ob es sich um einen "regular" oder einen "special visit" handelt. Die Frau prüft dann im Computer, ob man auf der Besucherliste steht. Man erhält einen blauen Zettel, der die erforderlichen Daten beinhaltet, und ein gelbes Schild zum Umhängen, auf dem "D.R. Visitor" und eine Nummer steht. Dann wird man durch eine automatische Sicherheitstür und eine weitere, die man selber öffnet, hindurch in das Gefängnis eingelassen, befindet sich allerdings jetzt erst einmal wieder im Freien, geht ein paar Meter auf eine Drahtgitter-Tür zu, die automatisch für einen geöffnet wird, und läuft dann so fünfzig bis hundert Meter geradeaus auf den Haupteingang zu. Die drei Gebäudekomplexe auf der linken Seite, das ist übrigens der Todestrakt (F-, D- und B-Pod auf der einem zugewandten Seite).

(Ab Ende Juli diesen Jahres soll es ein neues Formular zum Ausfüllen geben - kann ich bei Interesse per Mail schicken. Wo genau das vor Ort auszufüllen ist, bei der Anmeldung oder im Besucherraum, das wissen sie im Moment selbst noch nicht, glaube ich...)

Man geht durch die Tür des Haupteingangs und dann gleich links den Gang hinunter, bis man wieder vor einer Sicherheitstür steht. Dort sitzt eine Aufsicht in einem Glaskasten, welche die elektronischen Türen bedient. Sie will nur sehen, dass man das gelbe Schild angesteckt oder umgehängt hat. Wenn man durch die erste Sicherheitstür dort eingelassen wurde und die Tür hinter einem wieder geschlossen ist, wird man durch eine weitere Sicherheitstür, die jetzt direkt nach links (NICHT geradeaus, da ist auch noch eine Tür) in den Besucherraum führt, eingelassen. Man geht bis zur anderen Seite des Raumes, wo man eine Aufsicht findet - da gab es früher, je nachdem wer gerade Dienst hat, häufig eine weiße Ms. Williams. Sie war nicht unfreundlich, kann aber sehr streng sein und unangenehm werden, wenn man sich nicht an die Regeln hält - sie ist zum Supervisor befördert worden und arbeitet nun woanders in der Polunsky Unit. Es gibt auch eine schwarze Ms. Williams, die supernett und hilfsbereit ist. Zuletzt habe ich eine schwarze Ms. Ford und eine schwarze Ms. Scott dort den Dienst tun sehen - ebenfalls recht hilfsbereit, sowie eine weiße Ms. Tucker - supernett. Samstags hab ich noch eine Ms. Nelson angetroffen, auch sehr nett. Man gibt der Aufsicht den blauen Zettel ab, den man an der Anmeldung bekommen hat, und bekommt die Nummer eines Platzes im Besucherraum zugewiesen. Da es keine Kontaktbesuche gibt, sondern der Gefangene hinter Glas in einer Art Käfig sitzt, muss man über Telefonhörer kommunizieren. Es dauert jetzt noch eine Weile (von 10 Minuten bis zu mehr als einer Stunde), bis der Häftling gebracht wird (- außer samstags, da sind die Gefangenen schon vor einem selber da). Das erste Ritual in der Zeit ist, dass man sich in der Toilette ein Papier anfeuchtet, um den Telefonhörer zu säubern - man kann auch ein Desinfektionstüchlein mitbringen. (Übrigens: Die Toilettentüren nach Verlassen der Toilette anlehnen, also geöffnet lassen. Sie können von außen sonst nur noch per Schlüssel durch die Aufsicht geöffnet werden.)

Mit dem mitgebrachten Geld kann man sich aus den Getränke- und Snackmaschinen schon mal für sich etwas holen. (Es gehen alle Sorten von Münzen - die Automaten geben Wechselgeld raus, jedenfalls meistens... :-) Für den Gefangenen kann man auch etwas kaufen und das ist deshalb bedeutend, weil die Häftlinge solche guten Sachen sonst nicht bekommen und es für sie wirklich ein Festmahl ist. Eher zu Beginn des Besuches sollte man den Brieffreund daher fragen, was er gerne hätte. Für den Brieffreund kann man während des Besuches nur ein einziges Mal einkaufen. Dazu muss man zu der Aufsicht gehen (oder die Aufsicht meldet sich bei einem nach Reihenfolge der Ankunft der Besucher), denn man darf die Waren, die für den Häftling sind, aus Sicherheitsgründen nicht selber anfassen. Die Aufsicht nimmt die Getränke und Snacks aus den Maschinen und füllt damit eine große Papiertüte, die dem Gefangenen dann nach drinnen gebracht wird. Damit der Häftling Zeit genug zum Essen hat, sollte man die Sachen für ihn also nicht zu spät besorgen. Andererseits kann es sein - vor allem am Montagmorgen - dass gerade die Maschinen mit den Sandwiches, Salaten und dem frischen Obst usw. leer sind. (Es gibt jetzt zwei dieser Maschinen!) Dann macht es eventuell Sinn zu warten, bis aufgefüllt wird. Die Maschinen wurden in der Vergangenheit jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag zwischen 9 und 10 Uhr  oder zwischen 9.30 und 11 Uhr gefüllt, (außerdem am Wochenende) - das kann sich aber laufend ändern; so war das Personal zum Füllen der Maschinen auch schon  mal um kurz nach 8 Uhr da.

Vom 1. bis 7. jeden Monats kann man sich mit dem Brieffreund fotografieren lassen. (Am Samstag, 31. Juli, wurden überraschenderweise auch Fotos angeboten.) Man sagt dazu der Aufsicht Bescheid - wenn sie nicht selber danach fragt, wer Fotos will -, die dann die Anzahl der Bilder wissen möchte, für jedes Polaroid-Sofortbild 3 Dollar im Voraus kassiert und dann die Fotos macht. Dafür kann man das hässliche gelbe Schild abnehmen, und es sagt auch sonst niemand was, wenn man das Schild abnimmt, solange man im Besucherraum ist. (In den Monaten vor Weihnachten wurden auch schon den ganzen Monat über Fotos gemacht zugunsten eines guten Zwecks.) Das Gerücht, dass man keine Fotos mehr machen würde, hat sich nicht bewahrheitet, allerdings plant Polaroid die Einstellung der Produktion der Sofortbild-Filme, und was Polunsky Unit dann macht, weiß ich nicht.

Bei Wal-Mart in der Foto-Abteilung, wo sie auch Fotoapparate und solche Sachen verkaufen, kann man übrigens Bild-vom-Bild-Abzüge machen lassen von den Fotos und sie dem Brieffreund noch von Texas aus schicken - das ist billiger und schneller als von Europa aus. Man kann sogar Rahmen ergänzen oder Bildausschnitte wählen. Es sollten mehrere Photos auf die Glasplatte gelegt werden, da der Ausdruck A4 ist und man pro Ausdruck bezahlt.

Was im Besucherraum nicht erlaubt ist und Ärger geben kann, ist, wenn man mit einem anderen Häftling spricht. Dabei ist das egal, ob man den näher kennt oder nicht. Den Ärger sollte man lieber nicht provozieren. Man kann allenfalls die Aufsicht um Erlaubnis fragen und vielleicht Glück haben, dass sie es für ein paar Minuten erlaubt. (Haben Ms. Nelson und eine Ms. Marshall bei mir mal getan, die weiße Ms. Williams hat abgelehnt. Die schwarze Ms. Williams hab ich noch nie darum gebeten, weil dazu keine Veranlassung bestand.) Zwischenzeitlich durften sich nicht einmal die Besucher miteinander unterhalten und man durfte Häftlingen nicht einmal winken, aber das war nur vorübergehend.

Gegen Ende des Besuches sagt die Aufsicht einem üblicherweise, dass man noch 15, 10 oder 5 Minuten hat, und kommt dann nochmals, um zu sagen, dass die Zeit nun vorbei ist. Dann muss man den Besucherraum verlassen. Der Gefangene sitzt meistens noch eine Weile, bis er in die Zelle zurückgeführt wird. Es kann aber auch passieren, dass der Gefangene direkt bei Ablauf der Zeit geholt wird oder man die Vorwarnung ca. 10 Minuten vor Ablauf des Besuches nicht bekommt. Am besten, man behält selber die Uhr im Blick und denkt vor allem dran, auf die Uhr zu schauen, wenn der Häftling gebracht wird! Vergess' ich regelmäßig... :-)

Nach dem Besuch verlässt man den Besucherraum, gibt an der Anmeldung das gelbe Schild ab und erhält seinen Reisepass zurück. Dann kann man das Gefängnis verlassen. Hat man noch einen zweiten Besuch, geht man ebenfalls zur Anmeldung zurück und bekommt einen neuen blauen Zettel für den nächsten Gefangenen, nachdem man bei Bedarf am Auto erneut Geld geholt und nochmal durch die Sicherheitskontrolle gegangen ist.

Übrigens: Wenn man vor dem Besuch an der Anmeldung aufgefordert wird, der Warden's Secretary das Flugticket zu zeigen, macht man auf dem Weg zum Besucherraum noch einen Abstecher in das Sekretariat. Statt nach dem Haupteingang den Gang links hinunter in Richtung Besucherraum zu gehen, hält man sich rechts, geht durch eine Tür und dann nochmal in eine der Türen rechts. Ist mir allerdings erst einmal passiert. (Dafür hat mich einmal eine andere Besucherin aufgeklärt, es würde automatisch erwartet, dass man vor dem ersten "special visit" im Sekretariat sein Flugticket zeigt. Also sind wir gleich dort vorbei - aber wirklich NUR beim ersten Besuch. Die letzten Male bin ich weder selbst dort vorbei, noch wurde ich aufgefordert.)

Gatesville - Todestrakt für Frauen

Während in den Todeszellen der USA rund 3500 Männer sitzen - davon etwa 450 in Texas -, sind es insgesamt nur um die 50 Frauen in den gesamten Vereinigten Staaten. Den 450 Männern in Texas steht also auch nur eine Handvoll Frauen gegenüber, die zum Tod verurteilt sind. Diese Frauen sind natürlich nicht in der Polunsky Unit in Livingston untergebracht, sondern in einem Frauengefängnis in Gatesville. Gatesville liegt westlich von Waco am Hwy 84 und damit näher an Dallas als an Houston. Man wird von daher einen Flug nach Dallas buchen. Im übrigen ist mir Gatesville aber völlig unbekannt, sodass ich dazu keine Tipps geben kann. Ich weiß aber jemand, der sich mit Gatesville auskennt und kann entsprechende Anfragen gern weiterleiten bzw. den Kontakt herstellen. Von daher habe ich auch folgende Angaben zu Gatesville erhalten:

"Man muss auf der Besucherliste der Gefangenen stehen. Sie können bis zu 10 Personen nennen und diese Namen zweimal im Jahr ändern. Besuch kann die Gefangene einmal zwei Stunden pro Woche empfangen, einmal im Monat kann sie diese zwei Stunden gegen einen 'special visit' eintauschen. Als Besucherin oder Besucher muss man einen Antrag auf 'special visit' unter Angabe des Datums (zwei aufeinanderfolgende Tage, je vier Stunden) und Namen/Nummer der Gefangenen an den Warden stellen. Besuchszeit ist 8-16 Uhr, ob der Mittwoch auch media-day ist, bin ich mir nicht sicher, ist aber auch telefonisch zu erfragen. Der Antrag kann im Vormonat gestellt werden. Man bekommt eine schriftliche Bestätigung, falls man schon vorher aus Deutschland abreist, wird die Auskunft aber auch telefonisch gegeben.

Die Adresse lautet: Mountain View Unit, 2305 Ransom Road, Gatesville, TX 76528. Senior Warden ist Lynn Smith, Telefon: 001-254-865-7226.

In Gatesville biegt man am (einzigen) großen Supermarkt von der Main Street rechts ab (wenn man aus Richtung Waco in die Stadt gefahren ist), die Straße fährt man immer geradeaus, sie ist leicht kurvig und führt durch ein Wohngebiet. Am Anfang heißt sie noch anders, wird dann zur Ransom Road. Man kommt an vielen Gefängnissen vorbei (alles Frauenhaftanstalten). Mountain View liegt direkt hinter einer Kreuzung rechts, das letzte der Gefängnisse, man ist dann schon aus der Stadt herausgefahren.

Wenn man vor 8 Uhr morgens da ist, stellt man sich mit dem Auto links am Straßenrand in die wartende Reihe. Punkt 8 Uhr fährt der erste Wagen los (ohne dass es ein besonderes Zeichen gibt), und die Schlange folgt auf das Gefängnisgelände, über einen Parkplatz links, rechts bis zu einem Häuschen. Dort stehen auch schon Vollzugsbeamte. Die Schlange hält, und man macht Motorhaube und Kofferraum auf. Alles wird durchsucht, dann muss man noch Kennzeichen und Zulassungsjahr des Wagens nennen. Wenn man das bei seinem Mietwagen nicht weiß - einfach das letzte Jahr nennen, das hat bisher immer gereicht. Wer nach 8 Uhr kommt, kann einfach durchfahren bis zur Durchsuchungsstelle. Direkt dahinter sind links Parktaschen für die Autos.

Reisepass, Autoschlüssel und Kleingeld in einer durchsichtigen Plastiktüte mitnehmen und zum Häuschen rechts vor dem Gefängnisgebäude gehen. Dort werden die Daten aufgenommen und man wird mit einem Detektor untersucht. Danach bekommt man einen Zettel mit Namen der Gefangenen, die man besucht. Der Reisepass wird einbehalten. Dann geht man in das nächste Gebäude (Tore öffnen und schliessen sich durch Wärter auf dem Turm links) und betritt den Besuchsraum. Hier ist ein Tisch, wo man den Zettel abgeben muss. Danach kann man schon mal etwas an den Automaten ziehen oder auch erst einmal in den Besuchsraum gehen, der Platz wird zugewiesen. Dann heißt es warten, bis die Gefangene hereingeführt wird. Für Frauen, die nicht arbeiten oder unter Disziplinarmaßnahmen stehen, gibt es drei Besuchskäfige, in denen sie eingeschlossen werden. Die anderen können an einem langen Tisch nebeneinander Platz nehmen, getrennt von den Besuchern durch ein Maschendrahtgitter. Dadurch wird - ohne Telefon - gesprochen. Das Ende der Besuchszeit wird durch das Personal mitgeteilt. Wieder öffnen und schliessen sich die Tore automatisch, man erhält seinen Reisepass zurück und kann ohne weitere Untersuchung das Gelände verlassen.

Unterkunft kenne ich persönlich nur eine, aber die war okay: America's Best Value, das früher Regency Motor Inn  hieß (Telefon: 001-254-865-2281). Schlappe 55 Dollar am Wochenende, ich weiß nicht, ob unter der Woche billiger. Ist auf der Main Street, mit dem Auto 10 Minuten bis zum Gefängnis."

Vielen Dank für diese Tipps! Wie gesagt, bei Bedarf kann ich den Kontakt herstellen...

Verschiedenes

Um die Kreuzung der Highways 59 und 190  in Livingston herum gibt es einen Wal-Mart, Burger King, McDonald's, TacoBell, auch mehrere Tankstellen und eine Bank. In der Nähe von Wal-Mart  (ungefähr gegenüber der Abzweigung zur Polunsky Unit, also neben einer Exxon-Tankstelle) gibt es "PostNet". Dort kann man Schreibmaterial (Achtung: Schreibblocks dürfen nicht mit Metallklammern geheftet sein!) kaufen und dem Brieffreund schicken lassen - allerdings soll das Porto recht teuer sein. (ACHTUNG: Allerdings dürfen nur bestimmte Firmen liefern, die im Gefängnis gelistet sind, OFFICE DEPOT beispielsweise. Es gibt ein Office Depot in Huntsville - Näheres s.u.) Der Laden ist auch eine Post und man kann dort kopieren und Faxe verschicken. Vom PostNet aus kann man ins Internet, für 9 Dollar die Stunde (abgerechnet im 5-Minuten-Takt) kann man dort surfen. An Sonntagen hat das PostNet geschlossen hat. (Wie ich erfahren habe, hat sich der Chef vom PostNet bereit erklärt, weitere den Gefangenen erlaubte Gegenstände dem Paket beizulegen, wenn man dem Brieffreund z.B. zusätzlich zu dem im PostNet gekauften Briefpapier auch ein Buch schicken möchte.) Adresse ist: PostNet, 2010 Hwy 190 West, Livingston, TX 77351 – http://www.postnet.com/tx142.

Zum Haupt-Postamt von Livingston kommt man, wenn man den Hwy 190 nicht Richtung Huntsville, sondern die entgegengesetzte Richtung nach Osten fährt - da ist das Postamt ziemlich bald auf der rechten Seite. Fährt man die Straße weiter, findet man irgendwann rechts eine Public Library (kurz nach "Livingston Telephone Company"). Dort gibt es Internet-Zugang, aber nur für Mitglieder, Gäste dürfen aber für eine halbe Stunde kostenfrei online. In der Nähe des Courthouses von Livingston (nach dem Courthouse an der Ampel rechts, nach ca. ½ Meile blaues Haus auf der rechten Seite) gibt es einen Buch-Laden, der gebrauchte Bücher zu einem günstigen Preis an Häftlinge im Gefängnis verschickt: The Bookstore, 310 S. Washington, Livingston, TX 77351, Tel.: 001-936-327-8732. Die Inhaberin ist bereit, einem Paket zusätzliches Material wie Schreibpapier und Couverts beizulegen. (Bücher und Schreibmaterial müssen ja immer von Firmen oder Läden geschickt werden und dürfen nicht von Privatpersonen kommen.)

Wenn man dem Brieffreund etwas Geld auf dessen Konto überweisen möchte, ist das vor Ort einfacher bzw. günstiger als von Europa aus. Den erforderlichen Deposit Slip kann man an der Anmeldung des Gefängnisses bekommen. (Ich hab mitunter bei jeder neuen Aufsicht am Gefängniseingang erneut nach Deposit Slips gefragt, sodass ich am Ende einen ganz guten Vorrat hatte... :-) Beim Postamt kauft man dann eine Money Order über den Betrag, den man überweisen will. Die zusätzliche Gebühr beträgt 1.05 Dollar. Dann füllt man die Money Order aus und steckt sie (oberen Teil abtrennen, das ist die Quittung für einen selber) mit dem ausgefüllten Deposit Slip zusammen in einen länglichen (!) Umschlag und schickt beides an die Adresse in Huntsville, die auf dem Deposit Slip angegeben ist. (Bei Wal-Mart in Livingston gibt es im Service-Bereich in der Nähe der Restrooms (= Toiletten) auch die Möglichkeit Money Orders zu erwerben. Dort beträgt die Gebühr nur etwa die Hälfte.) [Man kann die Money Orders mit dem Deposit Slip übrigens auch direkt beim Inmate Trust Fund in Huntsville abgeben. Sie akzeptierten  früher auch Bargeld, was heute nicht mehr der Fall ist, und Reiseschecks (- bei Reiseschecks kann man sich aber kein Geld rausgeben lassen). Wenn man auf der Hauptstraße (Hwy 190) aus Richtung Livingston kommt, geht es gleich nach dem Golden Correll Restaurant rechts ab ("Normal Park Drive"). Es ist dann das 2. Gebäude auf der rechten Seite (das erste ist das o.g. Restaurant), ein rot-brauner Flachbau mit mehreren Eingängen - am letzten, wenn man vor dem Gebäude steht, ganz links, ist ganz unauffällig "Inmate Trust Fund" zu lesen. Der Parkplatz liegt etwas tiefer als die Straße.]

In Huntsville ist das Postamt in der 10. Straße zwischen Avenue M und N. In der 14. Straße zwischen Avenue M und Sam Houston Avenue gibt es eine Public Library in Huntsville, wo man kostenlosen Zugang zu Computern hat (Parkplätze im Hof). Man muss sich nur einen Zettel mit einem Code holen und kann dann im maximal 2 Stunden im Internet surfen. Die Öffnungszeiten der Bücherei: Montag bis Donnerstag 8 bis 19 Uhr, Freitag 8 bis 17 Uhr, Samstag 9 bis 17 Uhr. An der Ecke 11. Straße (das ist die Hauptstraße, der Hwy 190) und Avenue N ist eine Tourist Information (Chamber of Commerce), da kann man sich mit einer Menge von Prospekten und Karten eindecken. Das Office Depot, von wo aus man leider nur weißes Schreibmaterial an den Gefangenen schicken lassen kann, liegt an der Interstate 45, Richtung Süden. Am besten fährt man die Straße zum Gefängnismuseum bis zur Interstate 45 South, dann findet man das Office Depot auf der rechten Seite.

Die Walls Unit von Huntsville ist ein größerer Komplex und liegt etwas zurückgesetzt von der Hauptstraße etwa in Höhe der Avenue H. Der Gefängnisfriedhof (Joe Byrd Cemetery) liegt an dem Bowers Boulvard hinter der Sycamore Avenue. Das (zum Teil makabere) Prison Museum ist vom Zentrum Huntsvilles umgezogen in die SH 75 North (Hausnummer 491) - liegt jetzt vergleichsweise ziemlich außerhalb (www.txprisonmuseum.org). Von der Hauptstraße aus geht es bei Walgreens rechts ab, wenn man aus Richtung Livingston kommt.

Der Radio-Sender KPFT von Houston bringt jeweils am Freitagabend von 21 bis 23 Uhr (am ersten Freitag im Monat bis 24 Uhr) eine Prison Radio Show mit Ray Hill. Neben allgemeinen Berichten können Angehörige von Gefangenen dort anrufen und ihren Lieben etwas mitteilen. Frequenz: FM 90.1 - Näheres unter www.kpft.org - übrigens kann man die Sendung, die von vielen Häftlingen gehört wird, auch übers Internet empfangen. Ist bei uns nur dann zwischen 4 und 6 Uhr in der Nacht... :-)

Inzwischen gibt es auch in Livingston direkt den lokalen Radio-Sender KDOL, der jeweils am Sonntagnachmittag eine Sendung speziell für die Gefangenen ausstrahlt sowie am Montagabend.  Am Tag vor einer Hinrichtung gibt es abends immer eine Sondersendung. Man kann sogenannte "Shout Outs", Mitteilungen und Grüße, an einen Gefangenen ausrichten lassen, indem man anruft oder eine E-Mail schickt. Auch Musikwünsche sind möglich. Die Website ist: www.alllifeisprecious.org - da finden sich nähere Informationen, und man kann die Sendung auch im Internet hören am Sonntagabend ab 20 oder 21 Uhr deutscher Zeit; die Montagabendsendung ist bei uns allerdings am Dienstagmorgen um 2 Uhr. Wer die Radio-Station besuchen möchte: In Livingston die Straße nach der Public Library (s.o.) rechts fahren, an der Ecke steht eine alte Lokomotive, und dann ist es auf der rechten Seite - stehen große Schilder mit "KDOL" drauf im Garten. Adresse ist: KDOL Radio 96.1 FM, 309 N. Drew St., Livingston, Texas 77351. Die Sendung finanziert sich ausschließlich aus Spendengeldern - und jede Sendeminute kostet 2 Dollar!

Wer sein Handy nach Texas mitnehmen möchte, braucht dazu ein USA-taugliches Triband-Handy. Um Livingston herum bekommt man zwei Netze: T-Mobile und AT&T. T-Mobile ist zu bevorzugen, weil AT&T deutlich teurer ist. Die Vorwahl von Texas aus nach Deutschland ist: 01149, gefolgt von der Rufnummer ohne die 0. (Beim Verschicken von SMS hat es bei mir nur OHNE Auslandsvorwahl funktioniert - warum auch immer. Telefongespräche allerdings gehen nur mit Auslandsvorwahl.) Wer ohne Handy kommt, kann sich bei Wal-Mart oder bei der Post eine Telefonkarte kaufen, über deren Nummernkombination man von jedem Apparat aus anrufen kann. Oder man besorgt sich schon vorher in Deutschland eine Calling Card z.B. von der Telekom - das funktioniert auch gut und kostet nur etwa die Hälfte als über das Handy. Besonders günstige Telefonkarten kann man sich auch über das Internet besorgen: www.callingcards.com.

Abschließend noch eine Bemerkung zum Wetter: In Texas ist es grundsätzlich wärmer als hier. Im Sommer erreichen die Temperaturen locker 35 bis 40 Grad, allerdings sind alle Räume mit Klimaanlagen ausgerüstet und die sind meist so eingestellt, dass der Kontrast sehr groß ist, man in Räumen leicht zu frieren beginnt. Die Luftfeuchtigkeit ist im Sommer hoch, auch die Nächte kühlen nicht so sehr ab, dass auch da zwischen 25 und 30 Grad nicht selten sind. Im Winter kann es so um die 10 Grad herum haben, schmuddelig sein und auch mal ein scharfer und kalter Wind wehen. Aber auch 21 Grad bei strahlendem Sonnenschein habe ich schon im Dezember erlebt - und selten auch mal Temperaturen um den Gefrierpunkt. Am besten macht man sich per "Zwiebel-Prinzip" auf alles gefasst... :-)

Zwischen den Besuchsreisen

Hier noch ein paar Tipps für die Zeiten, die man zu Hause in Europa verbringt: Von Europa aus kann man einem Häftling in Texas schnell und vergleichsweise günstig Geld über www.jpay.com auf sein Gefangenenkonto überweisen. Man benötigt dazu aber eine Kreditkarte. Wenn man eine solche hat, kann man auch Briefe billiger und schneller übers Internet schicken mit www.l-mail.com - nur Fotos o.ä. kann man natürlich nicht beilegen. Oder wenn man vom Internet aus Grußkarten schicken möchte, ist hier die richtige Adresse dafür: www.cardstore.com. Grüße übers Radio (KDOL) habe ich oben ja schon erwähnt...

Stand: 13. Juli 2008 - Alle Angaben ohne Gewähr!

Update erfolgt immer nach Bedarf, damit der Stand so aktuell wie möglich ist!

Besonderen Dank an Angelina Heeb aus der Schweiz, die mir regelmäßig mit den Updates hilft! :-) Und auch an alle anderen, die mir ab und an E-Mails mit Neuigkeiten schicken!

******************************

ZURÜCK ZUR INHALTSÜBERSICHT

Diese Seite ist Bestandteil der Website www.todesstrafe-texas.de,

kann aber direkt aufgerufen werden über die Adresse

www.todesstrafe-texas.info !